Beim Eintrittsgespräch erfährt der Chiropraktor die Beschwerden des Patienten. Durch gezielte Fragen und gutes Zuhören lassen sich wichtige Informationen sammeln, die wesentlich zur genauen Diagnose beitragen. Das momentane Beschwerdebild und die objektiven Befunde werden bei jeder Konsultation neu beurteilt. Die Entwicklung von Schmerzbildern und klinischen Befunden wird festgehalten. So kann festgestellt werden, wie der Patient auf die Behandlung anspricht; diese kann somit laufend angepasst werden. Der Chiropraktor analysiert die Funktion des Bewegungsapparates, d.h. Nerven, Muskeln, Knochen, Gelenke, und beurteilt, ob die Funktionsstörung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts mit den Symptomen des Patienten übereinstimmt.
Neben orthopädischen und neurologischen Tests besteht die klinische Untersuchung aus palpatorischen Techniken, mit denen der Chiropraktor Veränderungen in der Muskelspannung und der Gelenksbeweglichkeit feststellen kann (Palpation = Abtasten). Röntgenbilder sind eine wichtige Ergänzung zur klinischen Untersuchung. Viele Chiropraktoren verfügen über ihre eigene Röntgeneinrichtung; verordnet werden auch notwendige zusätzliche radiologische Untersuchungen (CT, MRI, Szintigramm) bei entsprechenden Instituten und in Spitälern.
Röntgenbilder dienen zur Haltungsanalyse und um Kontraindikationen zur Behandlung festzustellen. Es wird beurteilt ob die Behandlung eventuell unterlassen werden soll, was unter Anderem bei Frakturen und Tumoren der Fall ist. Radiologische Informationen sind aber auch wichtig, um das korrekte Behandlungsverfahren anzuwenden.
Die Diagnose beim Chiropraktor basiert auf einem umfassenden Verstehen der Befunde auf mehreren Ebenen: a. Die Funktionsstörungen der Wirbelsäule werden identifiziert. b. Andere Schmerzursachen werden identifiziert und ausgeschlossen. c. Symptome werden (a) oder (b) zugewiesen Kernstück und wichtigste chiropraktorische Behandlungsmethode ist die Manipulation der Wirbelsäule, jedoch wird auch eine Vielfalt anderer Verfahren angewandt. Die Wahl der Technik wird während der Behandlungsdauer anhand von Resultatbeurteilungen kontinuierlich begutachtet. Der Grund einer Funktionsstörung zeigt sich oft erst in der Reaktion des Patienten auf die Behandlung. So bilden Diagnose und Behandlung gemeinsam einen dynamischen Prozess. Die Manipulation der Wirbelsäule hat nicht nur eine Normalisierung der Gelenksfunktion zum Ziel, sondern auch eine reflektorische Wirkung auf das benachbarte Gewebe (Muskeln, Sehnen, Nervensystem).
Die chiropraktische Manipulation besteht im Wesentlichen aus einer spezifischen, mit einem minimalen Kraftaufwand ausgeführten manuellen Einwirkung auf ein Gelenk, das in seiner Funktion gestört ist. Die Manipulation bezweckt die Behebung reversibler Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Dabei wird das betroffene Gelenk in der Wirbelsäule mit einem kleinen Impuls so bewegt, dass die Gelenkflächen voneinander gelöst werden. Nur mit grösster Präzision, Schnelligkeit und Übung kann diese Behandlungsmethode erfolgreich angewendet werden. Der Chiropraktor verfügt über ein grosses Repertoire an Behandlungstechniken, die speziell das Bindegewebe und die Weichteile (Muskeln und ihre Ansätze, Sehnen, Bänder) betreffen.
Die chiropraktorischen Techniken werden auch durch physikalische Methoden wie Wärme, Kälte, Elektrotherapie, Ultraschall und Laser-Therapie unterstützt.
Kräftigungs-, Stabilisierungs- und Dehnungsübungen sind ein wichtiger Teil der Behandlung von Patienten mit Schmerzsyndromen und Belastungsschäden. Training kann aus kräftigenden Übungen, aus Konditionstraining oder Techniken zur Dehnung und Entspannung bestehen. Der Patient erhält individuelle Instruktionen direkt vom Chiropraktor oder wird einem Physiotherapeuten für eine kontrollierte Trainingstherapie zugewiesen. Die Patientenorganisation Pro Chiropraktik bietet in vielen Städten kompetent geführte Chiro-Gymnastik-Kurse an.
Praktische Patienteninformationen, auch in Form von Anleitungen für den Alltag, gehören zur Behandlung. Dazu muss sich der Chiropraktor umfassende Kenntnis über die Lebenssituation des Patienten verschaffen. Ohne Prävention ist die Behandlungsstrategie des Chiropraktors unvollständig. Die Behandlung schliesst die umfassende Beratung des Patienten ein: Was soll er bei der Arbeit, in der Freizeit, in der Schule, schulen-arbeit.htmlbeim Sport tun, um seinen Bewegungsapparat zu schonen und zu stärken?
Je schneller die Beschwerden angegangen werden, umso schneller die Genesung.
Um eine Chronifizierung zu verhindern, sind folgende Faktoren wichtig: - Schnelle und umfassende Information des Patienten
- effiziente und nachhaltige Schmerzlinderung.
- Beratung, wie möglichst schnell wieder ein normales Leben aufgenommen werden kann.
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